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Die alten Griechen waren schon überzeugt, dass der Meinungsaustausch die erbärmlichste Form des Dialogs ist, das hält uns aber nicht davon ab über zahlreiche Plattformen hinweg argumentationsbefreit unsere Meinung zu verkünden und vehement zu verfechten. Genau an der Stelle wird’s paradox. Meinung 1 vs Meinung 2. Beide Parteien haben im besten Fall eine gewisse Menge an Fakten vorliegen und evtl. haben beide noch eine grobe Ahnung davon was sie nicht wissen. Nun ist die Welt aber leider etwas komplizierter und es sollte jedem gesunden Menschenverstand einleuchten, dass es noch eine fuck load an Faktoren gibt von denen wir gar nicht wissen, dass wir sie nicht kennen. Wie kann man nun auf diesem wackeligen Informationskonstrukt eine feste Position beziehen? Und viel wichtiger, wie kann man zu einem validen Ergebnis gelangen? In der Theorie ist es unter diesen Voraussetzungen höchst unwahrscheinlich über eine 1 zu 1 Diskussion, in der der Wissenspool zwar erweitert wurde, aber die unknown unknowns nach wie vor nicht gedeckelt sind, ein valides Resultat zu erzielen. An der Stelle bleibe ich immer mit meinem gesunden Menschenverstand hängen und jeder weitere Schritt führt wie eingangs erwähnt ins Paradoxe. Für mich wirft sich hier immer die Frage auf – warum investieren wir so viel Zeit und Energie in derartige Diskussionen? Was haben wir davon? Und an der Stelle könnte die Frage vielleicht auch schon die Antwort sein. In den meisten, wenn nicht sogar allen Fällen sind wir rein opportunistisch getrieben. Ich möchte mehr…, ich will gewinnen…, ich bin besser als…, Ein grundsätzlich wichtiger Mechanismus, der tief in unserer Biologie verankert ist und vermutlich darauf einzahlen soll unser Überleben zu sichern. Und hier wird es skurril. Offensichtlich scheint dieser Mechanismus sogar skalierbar zu sein, aber leider nur bis zu einem gewissen Maß. Das „Ich“  lässt sich ausweiten auf ein „Wir“  aber nie auf ein „Alle“ . Wir als… Familie, Verein, Firma,  Ort, Region, Partei, Deutschland, evtl. noch Europa aber dann bricht das ganze. Warum ist das so? Brauchen wir „die anderen“? Es gibt einige Menschen die daran glauben, dass eine Bedrohung der Welt durch eine außerirdische Macht zu einer globalen Einheit führen würde. Somit wären wir wieder bei – wir gegen die. Und auch hier wäre eine potentielle Lösung des Konflikts zwischen Mensch und ET eine dritte Macht, die beide bedroht, usw. Das lässt sich vermutlich ewig so fortsetzen. Der Feind meines Feindes ist mein Freund.
Ich glaube wir haben ein tiefer gelagertes Problem. Der eigentliche root cause – aus dem heraus all die politischen Themen respektive Symptome über die wir uns immer dusslig diskutieren, letztendlich resultieren.
Angst?
Ist Angst unser eigentlicher Endgegner?  Wenn es die Menschheit schaffen würde einen besseren Umgang mit diesem Gefühl zu erlernen, hätten wir dann immer noch die gleichen Probleme?
Egoismus?
Die weniger feige Ausprägung des Opportunismus, die als Geisteshaltung ebenso wie der Opportunismus schon in viel schlechtem resultierte.
Oder sind es im allgemeinen Bedürfnisse?
Müssen wir lernen die Bedürfnisse der anderen über unsere eigenen zu stellen? Nach Maslow wäre die Angst hier auch gedeckelt mit dem Bedürfnis des Menschen nach Sicherheit.
Ohne zu wissen was ich nicht weiß glaube ich zu wissen, dass wir ein neues konsequent gelebtes Wertesystem brauchen. Neue Tugenden. Ein Manifest des tauglichen Menschen. Das schöne an diesem Ansatz, wenn er denn valide wäre, wir können selbst und direkt darauf einwirken, indem wir bei uns und unseren Kindern anfangen den notwendigen Wandel zu initiieren und das neue Mindset vorzuleben.
Stellt sich nur die Frage, was haben wir davon?